Möglicher OB-Kandidat Joachim Scholz

Datum 17.01.2006 12:24 | Thema: Nachricht

Der 43-jährige Steinheimer Bürgermeister ist zumindest schon mal der Favorit von FDP und Freien Wählern

Von Hans Pöschko (Schorndorfer Nachrichten)

„Des vrdräggd sÂ’ Schnaufa no net", pflegt der Vorsitzende der Freien Wähler, Gerhard Nickel, zu sagen, wenn er nach Kandidaten für die OB-Wahl im Juli gefragt wird. Einen hörbaren Schnaufer tutÂ’s aber schon: Der Steinheimer Bürgermeister Joachim Scholz wird als erster ernsthafter Bewerber gehandelt.


Foto: Joachim ScholzWährend alles nach Waiblingen schaut, wo schon Anfang Februar gewählt wird und das Bewerbertableau feststeht, köcheln in Schorndorf, wo der erste Wahlgang auf den 16. Juli terminiert und noch nicht einmal die Bewerbungsfrist förmlich festgelegt ist, so allmählich die ersten Namen hoch. Ganz heiß ist der Name Joachim Scholz: Der 43 jährige Bürgermeister des 12 000-Einwohner-Städtchens Steinheim/Murr, in dem zuvor über 30 Jahre lang der Vater des Winterbacher Bürgermeisters Albrecht Ulrich residiert hat, hat bereits Gespräche mit diversenen Gemeinderatsfraktionen geführt und dabei durchwegs einen guten bis sehr guten Eindruck hinterlassen.
Als so gut und so kompetent, „dass er von anderen erst einmal übertroffen werden muss", stuft FDP/FW-Fraktionschef Peter Erdmann auf Nachfrage den Partei unabhängigen Steinheimer Bürgermeister, der für die Freien Wähler im Ludwigsburger Kreistag sitzt, ein. Und wenn man das Anforderungsprofil an den neuen Oberbürgermeister, das Freie-Wähler-Chef Gerhard Nickel vor einigen Tagen noch anonym entworfen hat, auf Joachim Scholz überträgt, dann passt die Form ziemlich genau auf die Person. Ein Bürgermeister aus einer kleineren Kommune, dort schon einmal wiedergewählt und deshalb mit entsprechender Erfahrung, kein Karrierist, sondern einer, dem Schorndorf gefällt und der hier etwas bewegen will, und einer, der sich am besten gleich auf zwei Perioden festlegen lässt - diesem Idealtypus der Freien Wähler, die sich den Kandidaten getrennt von der FDP angeschaut haben, scheint der 43-Jährige ziemlich nahe zu kommen.

Härer: „Einer, der sich für eine Kandidatur-eventuell empfiehlt"

Während also FDP und Freie Wähler ihren Wunschbewerber schon fast gefunden zu haben scheinen, sind die CDU und die SPD so weit noch lange nicht. Wie SPD Fraktionschef Karl-Otto Völker, der von Joachim Scholz durchaus „angetan" war, bestätigt auch CDU-Fraktionschef Matthias Härer, dass Scholz auch auf ihn einen guten Eindruck gemacht hat. Bislang aber ist der Bürgermeister für Härer, der Scholz demnächst gemeinsam mit Parteifreunden beziehungsweise Fraktionsmitglieder noch einmal „auf den Zahn fühlen" will, nicht mehr als „einer, der sich für eine Kandidatur eventuell empfiehlt".

Bürgerliches Lager will möglichst einen gemeinsamen Kandidaten

Einig aber ist sich Matthias Härer mit Peter Erdmann bislang in der Zielvorgabe, dass es bei der Wahl im Juli möglichst einen gemeinsamen Kandidaten des so genannten bürgerlichen Lagers geben soll, damit eine Konstellation wie die, die vor 16 Jahren zur Wahl des SPD-Oberbürgermeisters Reinhard Hanke geführt hat, vermieden wird. „Ob Scholz dieser Kandidat ist, kann ich noch nicht sagen", meint Matthias Härer. Und Peter Erdmann kann noch nicht sagen, wie stark der Druck auf die CDU sein wird, einen eigenen Kandidaten zu präsentieren. Sollte aber das Parteibuch einen höheren Stellenwert haben als die Qualifikation, dann ist Erdmann auch bereit, sich nach anderen Mehrheiten für seinen Favoriten umzuschauen.
Der heißt jetzt erst einmal Joachim Scholz und ist natürlich nicht uneingeschränkt glücklich, dass sein Name schon zu so einem frühen Zeitpunkt öffentlich geworden ist. Andererseits macht er keinen Hehl daraus, dass ihn eine Aufgabe wie die in Schorndorf reizen würde. Und dass er sich nicht nur die Stadt, sondern auch schon eine Gemeinderatssitzung angeschaut hat, bestreitet er auch nicht. „Schorndorf ist eine der schönsten Städte in Baden-Württemberg mit ganz hervorragenden Qualitäten", schwärmt der 43-Jährige, der aber Wert darauf legt, dass er sich noch nicht entschieden hat, ob er in Schorndorf oder anderswo kandidiert oder womöglich sogar in Steinheim bleibt. Eine endgültige Entscheidung werde im Frühjahr fallen, kündigt Scholz an. Ganz im Sinne von Peter Erdmann, der beide Seiten „in der Überlegungsphase" sieht, aber keinesfalls daran interessiert ist, dass sich die noch allzu lange hinzieht.





Dieser Artikel stammt von Freie Wähler Ortsverband Schorndorf eV
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